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Die PPWR kommt: Ist Ihr Verpackungsportfolio bereit?
Nathalie · 2026-04-16 · 4 Min. Lesezeit

Die meisten Markenhersteller wissen, dass die PPWR kommt. Weit weniger wissen, ob ihr Datenmodell für Verpackungen die damit verbundene Last tatsächlich tragen kann. Die Verordnung belohnt Organisationen, die Verpackungen als gesteuerte, strukturierte Datendomäne behandeln, und bestraft diejenigen, die sich noch auf Tabellen, flache SKU-Attribute und Wissen in einzelnen Köpfen verlassen.
In dieser PIMvendors-Session sprechen wir mit Syncforce darüber, was die PPWR konkret verlangt, worin sie sich von der EPR unterscheidet und wie ein PIM, das für Verpackungsdaten gerüstet ist, in der Praxis aussieht: von Verkaufseinheiten und Umverpackungssystemen bis zu Konformitätserklärungen und besorgniserregenden Stoffen.
Referenten:
Stephan Spijkers, Mitgründer, PIMvendors.com
Hans de Gier, Gründer und CEO, Syncforce
Paul Oudenhooven-Pluijmert, Business Development Director, Syncforce
📺 Sehen Sie die ganze Folge auf unserem YouTube-Kanal:
Die wichtigsten Erkenntnisse:
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Die PPWR ist eine Herausforderung für Daten und Dokumentation, bevor sie eine Nachhaltigkeitsfrage ist. Ab August 2026 müssen Hersteller, Importeure, Händler und Marktplätze in der gesamten EU die Einhaltung einer wachsenden Liste von Verpackungsanforderungen nachweisen. Die Verordnung fragt nicht: „Haben Sie irgendwo irgendwelche Informationen?“ Sie fragt, ob die Informationen, auf die Sie sich stützen, einheitlich, aktuell und bis zur Quelle nachvollziehbar sind.
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PPWR und EPR sind unterschiedliche Probleme und erfordern unterschiedliche Daten. Die EPR regelt die finanzielle Verantwortung, sobald Verpackungen in den Abfallstrom gelangen. Sie wird pro Wegwerfeinheit (Throw-Away Unit) berechnet und von Land zu Land unterschiedlich ausgestaltet. Die PPWR gilt für die gesamte Verpackungseinheit (Unit of Packaging) als Voraussetzung für den Marktzugang. Ein Produkt kann in verschiedenen Märkten mehrere EPR-Meldungen haben, aber nur eine PPWR-Konformitätserklärung. Datenmodelle, die beides vermischen, werden an beiden Fronten Probleme bekommen.
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Verpackungen müssen als eigenständige Entität modelliert werden, nicht als SKU-Attribut. Flache PIM-Systeme speichern „Verpackung“ als eine Handvoll Felder im Produktdatensatz. Die PPWR verlangt hierarchische Verpackungsdaten: Verkaufseinheiten, Gruppenverpackungen, Umverpackungen, Verpackungselemente, Verbundmaterialien und Materialzeilen, jeweils mit Gewichten, Formfaktoren, Rezyklatanteil und hinterlegten Nachweisen. Die „Golden Hierarchy“ von Syncforce zeigt, wie eine solche Struktur in der Praxis aussieht.
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Die Konformitätserklärung verlagert die Beweislast auf Ihre Daten. Eine Konformitätserklärung (DoC) ist nur so verlässlich wie die zugrunde liegende Verpackungszusammensetzung, die Versionshistorie und die Nachweiskette, auf die sie verweist. Wenn Materialien, Gewichte und Zertifizierungen in verstreuten Tabellen und E-Mail-Verläufen liegen, wird die Erklärung eher zum Risiko als zur Absicherung. Vorlagen und gesteuerte Workflows machen aus Compliance auf Zuruf eine prüfungsfeste Compliance.
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In Verpackungen, die mehrere SKUs teilen, steckt das größte Compliance-Risiko. Drei SKUs teilen sich eine Faltschachtel. Ein Lieferant aktualisiert eine Spezifikation, das Marketing reagiert darauf, der Vertrieb bekommt es nicht mit. Solche Abweichungen bleiben im normalen Betrieb monatelang unbemerkt und werden unter der PPWR zu einem direkten Compliance-Risiko. Gemeinsam genutzte Verpackungskomponenten zu zentralisieren und Änderungen einheitlich weiterzugeben, ist ein Problem, das genau zu einem PIM passt.
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Die Erfassung besorgniserregender Stoffe lässt sich nicht in letzter Minute nachrüsten. Die PPWR führt Offenlegungspflichten und Grenzwerte für besorgniserregende Stoffe in Verpackungsmaterialien ein. Um diese Daten zu erfassen, braucht es eine Granularität bis auf die Ebene der Materialzeile und eine Integration mit den Lieferanten, deren Aufbau Zeit kostet. Teams, die jetzt beginnen, können das sauber umsetzen. Teams, die warten, werden es unter Druck zusammenflicken müssen.
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Verpackungsinformationen für Verbraucher sind die nächste Welle. Auf die Compliance-Klippe 2026 folgt 2028 eine Transparenzwelle: harmonisierte Kennzeichnungen, QR-Codes und digitale Informationsträger, die Verpackungen zum Zugang für Recycling- und Nachhaltigkeitsdaten machen. Marken, die jetzt die strukturierte Datengrundlage für die PPWR schaffen, sind zugleich für die Ära des Digitalen Produktpasses gerüstet. Wer das nicht tut, steht kurz hintereinander vor zwei teuren Neuaufbauten.
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Der nächste Schritt ist eine Bestandsaufnahme, nicht blinder Aktionismus. Bevor Teams ein neues PIM auswählen, ein Compliance-Tool kaufen oder Prozesse neu schreiben, brauchen sie ein klares Bild davon, wo ihr aktuelles Datenmodell für Verpackungen der Prüfung durch die PPWR nicht standhält. Diese Diagnosearbeit, also Pflichten den Datenobjekten zuordnen, Lücken bei Nachweisen und Governance erkennen und die Behebung priorisieren, macht aus einer regulatorischen Frist eine beherrschbare Roadmap.
Möchten Sie Ihre Verpackungsdaten einem PPWR-Stresstest unterziehen?
Vereinbaren Sie ein Gespräch mit dem PIMvendors-Team: Wir helfen Ihnen, Ihr aktuelles Datenmodell für Verpackungen zu bewerten, die Lücken mit der größten Wirkung vor der Compliance-Klippe 2026 zu erkennen und den passenden PIM-Partner für die Umsetzung auf die Shortlist zu setzen.
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