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Digitaler Produktpass und Blockchain, Chance oder EU-Regelsumpf?
abygail · 2026-04-12 · 3 Min. Lesezeit

In dieser ausführlichen Session sprechen wir über die neuesten Ansätze wie den Digitalen Produktpass und Blockchain und darüber, wie diese Technologien die Zukunft von Produktdaten und Nachhaltigkeit prägen können. Experten teilen ihre Einschätzungen zu Regulierung, Standardisierung und der praktischen Umsetzung in der Supply Chain.
Falls Sie die Session verpasst haben, können Sie sich hier das komplette Video ansehen:
Referenten:
- Stephan Spijkers: Co-Founder, PIMvendors.com
- Machiel Tesser: Founder, Blockchain for Lean
- Chris Jobse: Co-Founder, PIMvendors
Erkenntnisse aus dieser Session:
Was bedeutet es, dass der Digitale Produktpass (DPP) in Europa verpflichtend wird? Der DPP wird Teil der europäischen Gesetzgebung und zwischen 2026 und 2028 schrittweise eingeführt. Auch wenn das noch weit weg wirkt, ist die Vorbereitung komplex und zeitaufwendig. Unternehmen müssen mit langen Vorlaufzeiten für Produktentwicklung, Datenstrukturierung und Systemimplementierungen rechnen. Wer jetzt nicht anfängt, läuft ein hohes Risiko, später nicht compliant zu sein.
Warum ist es wichtig, Produktdaten an der Quelle zu erfassen? Produktdaten erst nachträglich entlang der Kette zu sammeln, ist ineffizient, fehleranfällig und kostet oft ein Vielfaches an Zeit und Aufwand. Wenn Sie Daten direkt an der Quelle erfassen (zum Beispiel während der Produktion), steigern Sie Qualität und Verlässlichkeit. Das verhindert „Garbage in, Garbage out“ und sorgt dafür, dass sich Informationen leichter in der gesamten Kette nutzen lassen.
Warum liegt die größte Herausforderung nicht in der Technologie, sondern in Zusammenarbeit und Governance? Technologien wie PIM-Systeme und Datenplattformen sind zwar wichtig, die eigentliche Komplexität liegt aber darin, wie Unternehmen zusammenarbeiten. Die Beteiligten in der Kette haben eigene Interessen, Prozesse und Verantwortlichkeiten. Ohne klare Vereinbarungen darüber, wer welche Daten liefert und pflegt, bleibt die Umsetzung schwerfällig und ineffizient. Governance und Verantwortung für Daten sind deshalb entscheidend.
Welche Rolle kann Blockchain beim DPP spielen? Blockchain kann helfen, Daten transparent, unveränderbar und nachverfolgbar zu machen. Damit lässt sich genau festhalten, wer wann was hinzugefügt oder geändert hat. Dennoch ist Blockchain kein Muss: Vergleichbare Vorteile lassen sich auch mit anderen (dezentralen) Lösungen erreichen. Entscheidend sind Vertrauen und eine gemeinsame Wahrheit in der Kette, nicht unbedingt die Technologie selbst.
Welche Chancen bietet der DPP über die Compliance hinaus? Der DPP wird oft als Pflicht gesehen, bietet aber auch strategische Vorteile. Unternehmen können durch Transparenz über ihre Produkte stärkere Kundenbeziehungen aufbauen. Außerdem entstehen neue Geschäftsmodelle wie Wiederverwendung, Reparatur und zirkuläre Services. Bessere Produktinformationen können zudem zu weniger Retouren und höherer Kundenzufriedenheit führen.
Warum ist Standardisierung für den DPP so wichtig? Damit Daten zwischen verschiedenen Beteiligten und Systemen funktionieren, ist Standardisierung unverzichtbar. Das gilt nicht nur für Produktdaten, sondern auch für Rollen, Prozesse und Zusammenarbeit. Ohne Standards entstehen Zersplitterung, Mehraufwand und Fehler. Standardisierung ermöglicht es, skaliert zu arbeiten und Daten effizient innerhalb der Kette zu teilen.
Warum sollten Unternehmen schon jetzt mit der Vorbereitung beginnen? Die Einführung des DPP betrifft mehrere Bereiche einer Organisation: Systeme, Prozesse und die Zusammenarbeit mit Partnern. Solche Vorhaben dauern oft Jahre. Wenn Sie jetzt mit Bestandsaufnahme und Planung beginnen und erste Schritte gehen, vermeiden Sie später Zeitdruck und Ad-hoc-Lösungen. Wer früh startet, verschafft sich zudem einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
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