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Die Rolle des Digitalen Produktpasses (DPP) in einer globalen Kreislaufwirtschaft

Sophia Mokrytska · 2024-06-27 · 3 Min. Lesezeit

Der Digitale Produktpass (DPP) gewinnt politisch an Aufmerksamkeit als zentrales Instrument für den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, die für eine maximale Nutzung von Ressourcen und das Erreichen der Klimaneutralität unverzichtbar ist. Diese Initiative ist nicht nur eine Frage der Gesetzgebung, sondern spiegelt auch einen wachsenden Trend im Nachhaltigkeitsbewusstsein der Verbraucher wider.

Aktuelle Entwicklungen

Ein standardisierter DPP-Rahmen für alle Branchen ist zwar noch in Arbeit, doch für bestimmte Produktkategorien sind bereits Insellösungen entstanden, die wichtige Produktinformationen bündeln. Der geplante DPP soll Angaben wie Produktionsdaten, Materialzusammensetzung und Optionen am Ende der Lebensdauer digital zugänglich machen und so die Transparenz über den Lebenszyklus von Produkten erhöhen.

Übergang zur Kreislaufwirtschaft

Die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft finden nur schrittweise Eingang in gängige Unternehmensstrategien. Innovatoren erproben zirkuläre Geschäftsmodelle und konzentrieren sich dabei auf die Verlängerung des Produktlebenszyklus, besseres Design und die Entwicklung neuer Modelle im Einklang mit den Werten der Kreislaufwirtschaft. Während einige Qualitätsmerkmale wie die Haltbarkeit bereits feststehen, verlangen andere wichtige Aspekte wie Reparierbarkeit und Wartung einen breiteren Fokus der Industrie, damit eine Kreislaufwirtschaft vollständig Wirklichkeit werden kann.

Digitale Bereitschaft und Datenmanagement

Die Branchen befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Vorbereitung auf den DPP, mit erheblichen Unterschieden bei Digitalisierung und Datenmanagement. Ein effizientes Datenmanagement, entscheidend für Datenqualität, Datenintegrität und Datensicherheit, fehlt in vielen Organisationen, und analoge Datenablage ist noch immer weit verbreitet. Der Datenaustausch zwischen Unternehmen bleibt begrenzt und wird oft durch rechtliche und technische Hürden erschwert.

Ein DPP-System aufbauen

Ein umfassender DPP muss eine eindeutige Produktidentifikation, detaillierte Beschreibungen und Informationen zu den Umweltauswirkungen enthalten und sich an Hersteller, Lieferanten und Verbraucher richten. Er muss gesetzliche und technische Vorgaben erfüllen und sich an die besonderen Anforderungen verschiedener Branchen anpassen lassen. Ziel ist ein standardisierter, modularer und skalierbarer Informations-„Container“, der allen Beteiligten konsistente und zugängliche Produktinformationen liefert. Dafür müssen Standards für die Identifikation, Klassifizierung und Erfassung von Umweltinformationen eingehalten werden. Neben ECLASS kann die Einbindung von GS1-Standards und anderen Methoden der Produktklassifizierung zahlreiche Vorteile bringen, darunter eine breitere Interoperabilität und die Ausrichtung an internationalen Standards.

Je weiter sich das Konzept des DPP entwickelt, desto stärker wird es Produkttransparenz, die Zusammenarbeit innerhalb der Industrie und nachhaltige Praktiken prägen. Beteiligte in allen Branchen sollten sich auf die Folgen für Lieferketten, die Interaktion mit Verbrauchern und ihre Umweltverantwortung vorbereiten.

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