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Die 10 wichtigsten Vorteile eines PIM-Systems für das Produktdatenmanagement
Stephan Spijkers · 2025-02-20 · Aktualisiert am 2026-10-13 · 18 Min. Lesezeit

Ein System für Product Information Management (PIM) ist der Ort, an dem ein Unternehmen die Informationen über die Produkte sammelt, verwaltet, anreichert und verteilt, die es herstellt oder verkauft. Diese Informationen gibt es bereits, verteilt auf ein ERP, eine E-Commerce-Plattform, eine Bilddatenbank und eine Sammlung von Excel-Dateien. Das Problem ist, sie über all diese Systeme hinweg konsistent zu halten. Ein PIM-System führt sie zusammen und ordnet sie, sodass eine einzige Version gepflegt wird und jeder Kanal daraus liest. Die vollständige Definition finden Sie unter Was ist PIM.
Die zehn Vorteile unten beschreiben, was das in der Praxis bringt. Sie überschneiden sich, weil die meisten aus dem ersten folgen: Sobald Produktinformationen einen festen Ort haben, lassen sich Genauigkeit, Geschwindigkeit und Konsistenz viel leichter erreichen. Jeder Abschnitt erklärt, wie sich der Vorteil im Arbeitsalltag zeigt und wovon er abhängt.
Warum Unternehmen ein PIM-System brauchen
Unternehmen suchen selten zuerst nach Software. Sie beginnen mit einem Problem, das immer wiederkehrt, und die PIM-Frage folgt, wenn jemand dieses Problem auf verstreute Produktinformationen zurückführt. Die Probleme, die wir am häufigsten hören, lassen sich in drei Gruppen einteilen.
Die erste Gruppe betrifft Daten, denen man nicht trauen kann. Produkte kommen zurück, und Umsatz geht verloren, weil die Produktinformationen falsch waren. Dasselbe Produkt ist in mehreren Versionen online und in jedem System anders erfasst, sodass niemand sagen kann, welche Version stimmt. Informationen sind unvollständig, veraltet oder schlicht falsch, und die Katalogdaten folgen einer Logik, die im Unternehmen niemand mehr erklären kann. Die Folge: Es gibt keinen klaren Überblick über das Sortiment, das das Unternehmen tatsächlich verkauft.
Die zweite Gruppe betrifft Zeit. Die Einführung neuer Produkte dauert zu lange, und der Wettbewerb hat die Kollektion zuerst online. Ein großer Teil der Arbeitszeit geht in das Kopieren von Produktdaten von einem System ins nächste, und um ein einziges Produkt online zu bringen, braucht es mehrere Systeme und mehrere Personen, die jeweils aufeinander warten.
Die dritte Gruppe betrifft entgangene Verkäufe. Jemand anderes listet Ihre Produkte auf Marktplätzen und erzielt Umsatz, der Ihrer hätte sein können. Und die Texte auf Ihren eigenen Seiten helfen dem Kunden nicht beim Kauf oder sind zu schwach, um in der Suche gefunden zu werden.
Wenn Ihnen mehrere dieser Punkte bekannt vorkommen, lautet die eigentliche Frage, wie Sie Produktinformationen verwalten, und damit sind Sie nicht allein. Laut Ventana Research brauchen 74 % der Organisationen in ihrer Untersuchung „einigen oder erheblichen Aufwand, um ihre Produktinformationen zu verwalten“ (Ventana Research, 2019). Eine Mehrheit der Omnichannel-Handelsunternehmen in der EU verwaltet Produktdaten bereits zentral, aber nur 25 % setzen dafür spezielle PIM-Software ein (Markets and Markets 2022, Bericht). Die Daten an einem Ort zu sammeln, ist ein erster Schritt. Sie anzureichern und an jeden Kanal auszuspielen, ist der Teil, für den ein PIM-System gebaut ist.
Die 10 Vorteile eines PIM-Systems im Überblick
Die folgenden Abschnitte erklären die zehn Vorteile einzeln. Sie bauen grob vom Fundament nach oben auf: Die ersten drei betreffen die Daten selbst, die nächsten vier das, was Kunden und Kanäle sehen, und die letzten drei die Zusammenarbeit mit Partnern, Wachstum und Kontrolle.
- Eine Single Source of Truth für jedes Produkt.
- Genauere Produktdaten, geprüft vor der Veröffentlichung.
- Weniger manuelle Arbeit im Produktdatenprozess.
- Dasselbe Produkt auf jedem Kanal, mit Steuerung pro Kanal.
- Höhere Conversion und weniger Retouren im E-Commerce.
- Kürzere Time-to-Market für neue Produkte und Änderungen.
- Produkt und Medien in einer Ansicht, zusammen mit einem DAM.
- Bessere Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern.
- Spielraum zum Skalieren, ohne für jeden Kanal oder jedes System Personal aufzustocken.
- Kontrolle darüber, wer was ändert, für Data Governance und Compliance.
1. Eine Single Source of Truth für Produktinformationen
Ein PIM-System führt Produktdaten in einer Single Source of Truth zusammen. Es ersetzt die Mischung aus Tabellen, Datenbanken und unverbundenen Systemen, in denen Versionen auseinanderlaufen, oft ohne dass es jemand merkt, bis ein Kunde auf den Unterschied hinweist.
Alles, was es zu einem Produkt gibt, wird im PIM gesammelt, automatisch, wo es möglich ist. Quellen sind unter anderem Datenpools, ERP-Systeme, Lieferantendateien und Excel. Das Marketing ergänzt Beschreibungen und Bilder. Die Organisation hat dann ein System mit den vollständigen, korrekten Produktinformationen, und jeder Kanal kann dasselbe Produkt zeigen. Das nennt man oft den Golden Record: eine einzige Version der Wahrheit.
- 2Genauere Produktdaten
- 3Weniger manuelle Arbeit
- 4Dasselbe Produkt auf jedem Kanal
- 5Höhere Conversion und weniger Retouren
- 6Schnellere Time-to-Market
Die Grundlage
- Implementierung
- Eine vereinbarte Arbeitsweise
- Eine Methode, die die Datenqualität sichert
- 7Produkt und Medien in einer Ansicht
- 8Bessere Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern
- 9Raum zum Wachsen
- 10Kontrolle darüber, wer was ändert
Im Alltag macht sich die Veränderung an einigen Stellen bemerkbar. Produktinhalte werden einmal erfasst oder importiert, statt getrennt im ERP, im Onlineshop und in der Marketingtabelle. Etwas nachzuschlagen wird zur Abfrage in einem System statt zur Suche in mehreren, sodass Kollegen nicht mehr nach der neuesten Version suchen oder einander fragen, welche Datei aktuell ist. Marketing, Vertrieb und Logistik arbeiten mit demselben, aktuellen Datensatz. Und eine Aktualisierung geht einmal an jeden Kanal, statt pro Kanal wiederholt zu werden, und genau dort haben sich früher die meisten Kopierfehler eingeschlichen.
2. Genauere Produktdaten
Falsche Produktdaten kosten Geld, und zwar auf eine Weise, die leicht zu erkennen ist, sobald man danach sucht: Ein Kunde schickt das Produkt zurück, der Support beantwortet eine Frage, die die Seite hätte beantworten sollen, oder ein Marktplatz lehnt das Listing ab, weil ein Pflichtwert fehlt. Ein PIM-System reduziert diese Fehler auf vier Wegen.
Der erste ist Struktur. Alle Produktinformationen werden in einem Format und einer Klassifikation gespeichert, sodass dasselbe Produkt nicht mehr auf drei verschiedene Arten in drei Systemen erfasst ist. Der zweite ist die Validierung vor der Veröffentlichung: Das PIM prüft Daten gegen Qualitätsregeln und markiert oder blockiert Datensätze, die sie nicht erfüllen. Weil unvollständige Datensätze nicht hinausgehen, ist das, was einen Kanal erreicht, vollständig. Der dritte ist die Versionskontrolle. Änderungen werden nachverfolgt, sodass Sie sehen, wer was geändert hat, und einen Fehler bei Bedarf rückgängig machen können. Der vierte sind Metadaten und Beziehungen: Klare Kategorien und Attribute machen Produkte leichter auffindbar und halten die richtigen Details an jedem Artikel.
Für den Kunden bedeuten korrekte Größen, Farben und Spezifikationen einen informierten Kauf. Wer eine Pumpe mit der richtigen Anschlussgröße bestellt oder eine Jacke, die so sitzt, wie die Größentabelle es versprochen hat, hat keinen Grund, sie zurückzuschicken. Weniger Produkte kommen zurück, weniger Fragen gehen per Telefon und E-Mail ein, und der Kunde hat einen Grund, wieder bei Ihnen zu kaufen.
3. Weniger manuelle Arbeit im Produktdatenprozess
Viel Zeit und viele Fehler gehen bei Produktdaten im Prozess drumherum verloren. Meist erstellen und pflegen mehrere Personen Produktinformationen, jede auf ihre eigene Weise, was für dieselbe Art von Produkt unterschiedliche Formate und unterschiedliche Prozesse erzeugt. Ein PIM-System bündelt sie in einem Prozess. Es automatisiert die wiederkehrenden Aufgaben, etwa Importe, Kanalexporte und das Vorbefüllen neuer Produkte mit den Werten, die sie mit bestehenden gemeinsam haben. Es macht den Status der Daten sichtbar, sodass alle vor einem Launch sehen, was fehlt, statt es hinterher festzustellen. Es gibt Teams einen gemeinsamen Arbeitsort mit einem eindeutigen Workflow, und es verhindert, dass dieselben Informationen doppelt gepflegt werden.
Das senkt auch die Kosten. Marketing, Fotografie, DTP, Produktverantwortliche und Datenmanager erledigen ihren Teil des Produkts im selben System, statt Dateien hin- und herzuschicken. Fehler zeigen sich früher, und die Stunden, die ins Kopieren und Korrigieren flossen, gehen in Arbeit, die das Sortiment verbessert.
Das PIM-System ist außerdem mit dem übrigen Stack verbunden. An ERP und Lagerbestand angebunden, erhält es die operativen Daten (SKU, Preis, Bestand) und ergänzt sie um die kommerziellen Inhalte. Wo das eine System endet und das andere beginnt, lesen Sie unter Wo das ERP aufhört und das PIM beginnt.
4. Dasselbe Produkt auf jedem Kanal
Kunden wechseln zwischen Ihrem Onlineshop, Marktplätzen, Social Media und Filialen, oft innerhalb eines einzigen Kaufs, und sie bemerken es, wenn das Produkt überall anders aussieht. Ein PIM-System sorgt dafür, dass das Produkt überall gleich ist, wo sie ihm begegnen. Das beseitigt die bekannten Abweichungen, etwa einen Artikelnamen, der sich zwischen Onlineshop und Backoffice unterscheidet, oder Preise, die nicht überall gleich sind. Gleichzeitig behalten Sie die Steuerung pro Kanal: Sie entscheiden, welche Informationen auf welchem Kanal erscheinen, und das Sortiment kann je Kanal unterschiedlich sein, zum Beispiel eine kleinere Auswahl auf einem Marktplatz als im eigenen Shop.
Die Ausspielung an Marktplätze und Feeds wird zur Routinearbeit. XML-Feeds an Marktplätze wie Google Shopping und Amazon sind unkompliziert, einschließlich Pflichtwerten wie GTIN / EAN und MPN (Herstellerartikelnummer), und die Ausspielung an Marktplätze, Datenpools und Onlineshops bleibt beherrschbar, auch wenn die Zahl der Kanäle wächst. Dieselben detaillierten Attribute helfen dem Marketing, das damit Produkte und Zielgruppen segmentieren kann, zum Beispiel grüne Produkte für Käufer, die nach Nachhaltigkeit filtern. Und sobald Verkaufsdaten mit den Produktinformationen verbunden sind, sehen Sie, welche Artikel auf welchem Kanal gut laufen.
Das Marketing braucht vollständige Produktinformationen, um ein Produkt zu vermarkten, ob neu oder bestehend, und in einem PIM-System steuert jede beteiligte Abteilung ihren Teil bei: Spezifikationen, Videos und Bilder. Der Vertrieb profitiert genauso. Key-Account-Manager sehen die aktuellen Produktinformationen, sodass Interessenten und Kunden keine alte oder falsche Version erhalten. Eine einzige Quelle lässt sich leicht öffnen und teilen, und das verkürzt den Verkaufszyklus.
5. Höhere Conversion und weniger Retouren im E-Commerce
Auf einem digitalen Kanal entscheiden Produktinhalte darüber, ob das Sortiment gefunden wird und ob aus einem Besuch eine Bestellung wird. Käufer recherchieren vor dem Kauf, und sie bevorzugen Verkäufer, die eine vollständige Produktdarstellung online stellen.
Ein PIM-System hält diese reichhaltigen Inhalte für jedes Produkt bereit: Bilder, ausführliche Beschreibungen und Spezifikationen. Dieselben Namen, Beschreibungen und Spezifikationen nutzen Suchmaschinen und die Shopsuche, um das Produkt zu finden. Damit wird Suchmaschinenoptimierung Teil der PIM-Arbeit: Bessere Produktinformationen bringen mehr Traffic und eine höhere Conversion. Beziehungen zwischen Produkten, die im PIM gepflegt werden, treiben Cross-Selling und Up-Selling an und erhöhen die Zahl der Positionen pro Bestellung.
Dieselben Inhalte senken die Retouren. Wenn die Seite dem Kunden hilft, den richtigen Artikel zu wählen, kommen weniger Bestellungen zurück, und es folgen weniger Reklamationen wegen einer falschen Wahl. Weil eine Änderung im PIM jede angebundene Plattform erreicht, gehen auch neue Produkte und Preisänderungen früher live, sodass der Kunde die aktuelle Seite sieht.
Ein PIM-System ermöglicht außerdem ein breiteres und tieferes Sortiment. Eine geordnete Kategorisierung lässt Raum für Erweiterung, und vollständige Daten erlauben es Ihnen, eine große Zahl von Produkten zu verkaufen, ohne den Überblick zu verlieren. Langsamdreher, der Long Tail, müssen nicht alle auf Lager liegen: Streckengeschäft (Dropshipping) funktioniert, wenn die Produktinformationen gut sind und der Lieferant schnell liefert.
6. Kürzere Time-to-Market
Jede Phase im Leben eines Produkts, von Entwicklung und Markteinführung über Wachstum und Reife bis zum Auslauf, braucht andere Informationen, und ein PIM-System gibt diesen Informationen ein Zuhause. Beim Launch bringen Workflows im PIM ein neues Produkt früher online, mit den Produktinformationen, die es braucht, weil die Schritte und ihre Verantwortlichen festgelegt sind und alle sehen, was noch fehlt. Neue Produkte und SKU-Varianten, einschließlich Sonderanfertigungen, haben einen festen Platz: Informationen werden von ähnlichen Produkten übernommen statt neu geschrieben, und Informationen, die sich ändern, werden ohne parallele Kopie aktualisiert.
Später im Lebenszyklus liegt der Vorteil im schnellen Reagieren. Wenn der Markt oder Kundenfeedback eine Änderung verlangt, aktualisieren Sie den Datensatz einmal und spielen ihn an jeden Kanal aus. Verkaufstrends und Kundenfeedback pro Produkt helfen Ihnen zu entscheiden, was Sie verbessern und was Sie auslaufen lassen, und der Auslauf selbst wird zu einer Statusänderung in einem System statt zu einer Suche über alle Kanäle.
Technische Daten entstehen meist weiter vorn, im PLM. Wie sich die beiden Systeme die Arbeit teilen, lesen Sie unter PLM- und PIM-Integration.
7. Produkt und Medien in einer Ansicht
Ein PIM-System verwaltet Produktdaten, ein DAM (Digital Asset Management) verwaltet Rich Media: Bilder, Videos und Dokumente. Miteinander verbunden, geben sie Teams eine Ansicht von Produkt und Medien, sodass sie Produktdaten mit ihren Bildern, Videos und Dokumenten in einer Oberfläche sehen, statt zwischen Systemen zu wechseln. Jeder Kanal nutzt die neuesten freigegebenen Bilder zusammen mit den neuesten Inhalten, was das Markenbild einheitlich hält. Produktinformationen und die zugehörigen Medien werden gemeinsam vorbereitet, sodass Kampagnen und Launches nicht auf das eine oder das andere warten. Auf der Produktseite helfen gut strukturierte Daten neben guten Bildern oder Anleitungsvideos dem Kunden bei der Entscheidung, besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten wie Werkzeugen oder technischen Teilen.
Den Unterschied zwischen den beiden Systemen und wann Sie beide brauchen, finden Sie unter Was sind DAM- und PIM-Systeme.
8. Bessere Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern
Genauigkeit zählt auch außerhalb des Unternehmens. Wenn Lieferanten und Abnehmer eine Version der Produktinformationen teilen, in einem passenden Format, arbeiten alle mit demselben Datensatz. Falsche Daten, die entlang der Kette weitergereicht werden, sind einer der Wege, auf denen Beziehungen zwischen Lieferanten und Abnehmern Schaden nehmen, weil jede Partei am Ende die Fehler der anderen korrigiert.
Mit einem PIM-System kommen Lieferantendaten einmal herein. Hersteller liefern häufig die Artikelinformationen, und reichhaltige Produktinformationen kommen auch aus Datenpools mit Millionen von Produkten, etwa GS1 Data Source, Icecat und 2BA. Diese Daten werden beim Import auf Ihre eigene Struktur gemappt, und wenn ein Lieferant etwas ändert, aktualisiert sich das PIM. Partner starten von derselben Quelle: Ein neuer Vertriebskanal, Vertriebspartner oder Affiliate beginnt mit dem Datensatz, den Sie bereits pflegen, ohne gesonderte Zusammenstellung.
Mit der Zeit eröffnet das neue Märkte. Wenn Produktinformationen nicht mehr bei jeder Übergabe von Hand abgeglichen werden müssen, werden Produktübergaben kürzer, und die Verzögerungen in der Lieferkette durch schlechten Abgleich nehmen ab. Das macht Märkte außerhalb Ihres Heimatmarkts leichter erreichbar, weil ein neues Land dann eine Frage von Übersetzungen und lokalen Anforderungen an einen Datensatz ist, der bereits existiert.
9. Spielraum zum Skalieren ohne zusätzliches Personal
Ein PIM-System ist das zentrale Produktsystem, mit dem andere Systeme kommunizieren und abgestimmt bleiben. Sie können Kanäle, Märkte und Systeme hinzufügen, ohne für jedes zusätzliche System eine neue Fachkraft einzustellen, weil die Skalierung im PIM liegt statt in der Personalstärke. Ein Händler, der einen neuen Marktplatz hinzufügt, mappt zum Beispiel die bestehenden Datensätze einmal auf die Anforderungen dieses Marktplatzes, statt jemanden abzustellen, der dafür eine separate Produktliste pflegt.
Die meisten PIM-Systeme werden als Cloud-Software verkauft, und das verstärkt diesen Effekt. Neue Produktlinien, neue Märkte und mehr Nutzer erfordern keine neuen Server, und Teams an verschiedenen Standorten können gleichzeitig an denselben Produktdatensätzen arbeiten. Ein Abonnement ersetzt große Vorabinvestitionen in Hardware und On-Premise-Wartung. Was ein PIM-System je Preisklasse kostet, lesen Sie unter PIM-Kosten im Vergleich. Cloud-Anbieter investieren in Sicherheitsmaßnahmen, die Ihre Daten vor unbefugtem Zugriff schützen, und der Anbieter kümmert sich um Updates, sodass Sie neue Funktionen ohne Upgrade-Projekt erhalten.
Open-Source-PIM ist der andere Weg, wenn Flexibilität und Kontrolle wichtiger sind als ein fertiges Produkt. In der Regel vermeiden Sie Lizenzgebühren und zahlen stattdessen für Implementierung und Support, Sie können Datenmodell, Workflows und Integrationen an Ihre Prozesse anpassen, und Sie entscheiden, wann Updates eingespielt werden. Die Optionen finden Sie unter Open-Source-PIM im Vergleich.
10. Kontrolle darüber, wer was ändert
Ein gemeinsamer Datensatz braucht Regeln, und ein PIM-System ist der Ort, an dem sie gelten. Rollen und Berechtigungen legen fest, wer welche Attribute ändern darf, einschließlich sensibler Daten, sodass eine Marketingmitarbeiterin Beschreibungen bearbeiten kann, ohne die technischen Spezifikationen anzufassen, für die die Entwicklung verantwortlich ist. Die Versionskontrolle liefert einen Audit-Trail, wer was wann geändert hat, und erlaubt es, eine falsche Änderung zurückzunehmen. Compliance-Informationen lassen sich leichter nachverfolgen, wenn sie beim übrigen Produktdatensatz liegen, und Validierungsregeln verhindern, dass unvollständige Datensätze hinausgehen.
Data-Governance-Teams, die Compliance nachverfolgen und einhalten müssen, erhalten dafür einen zentralen Ort. Das zählt vor allem in Branchen, in denen falsche oder fehlende Produktinformationen rechtliche Folgen haben, etwa bei Lebensmitteln oder Gesundheitsprodukten. Mehr dazu unter Governance von Produktinformationen.
Wer am meisten von einem PIM-System profitiert
Ein eigenes PIM-System ist nach wie vor bei Großhändlern und Händlern am verbreitetsten, auch wenn Hersteller und Markeninhaber inzwischen ebenfalls begonnen haben, Artikelinformationen zentral zu verwalten. Gemeinsam ist diesen Unternehmen eine große Menge an Produktdaten, die von verschiedenen Parteien stammen, in einer Situation, in der sich Zentralisierung auszahlt. Viele Produkte, Nutzer, Kanäle und Kundensegmente weisen in dieselbe Richtung, ebenso Verkäufe in mehreren Ländern, komplexe Produkte und Daten, die mit externen Plattformen synchron bleiben müssen.
Hersteller liefern häufig die Artikelinformationen. Großhändler und Händler ergänzen ihre eigenen Produkte und die Details, die ihre Kunden brauchen, und spielen dann an den Onlineshop und andere Kanäle aus. Jede Partei in dieser Kette profitiert auf ihre Weise: Der Hersteller liefert einen vollständigen Datensatz an alle seine Kunden, während der Großhändler oder Händler diesen Datensatz übernimmt, statt ihn abzutippen.
In diesen Unternehmen spüren es zuerst Marketingverantwortliche, die über alle Kanäle ein einheitliches Produkterlebnis liefern müssen, Händler und Marken, die eine sauberere Beziehung zu Lieferanten brauchen, E-Commerce-Manager, die bereits sehen, wie die Qualität der Produktdaten den Onlineumsatz bewegt, und Data-Governance-Teams, die Compliance nachverfolgen und einhalten müssen. Eine ausführlichere Antwort finden Sie unter Wer braucht eine PIM-Lösung.
So erzielen Sie die Vorteile
Die Vorteile hängen von einem passenden System ab und davon, wie die Organisation damit arbeitet. Die folgenden Schritte decken beides ab: die Auswahl des Systems und die Vorbereitung der Organisation auf seine Nutzung.
Anforderungen bewerten
Gehen Sie von Ihrer Unternehmensgröße aus, von den branchenspezifischen Funktionen, die Sie brauchen (Handel, Fertigung, Großhandel), und davon, wie sich das PIM in E-Commerce, ERP und andere Systeme integrieren muss. Ein Großhändler, der große Mengen an Lieferantendaten importiert, braucht andere Stärken als eine Marke, die vor allem an Marktplätze ausspielt. Schreiben Sie die Anforderungen deshalb auf, bevor Sie sich Produkte ansehen.
Erfahrung des Anbieters prüfen
Fragen Sie nach Kundenreferenzen, dokumentierten Fallstudien und Erfahrung in Ihrer Branche. Ein Anbieter, der sein PIM für Unternehmen wie Ihres implementiert hat, kennt die typischen Datenstrukturen und die üblichen Fallstricke, und das verkürzt das Projekt.
Auf die Funktionen achten, die Sie nutzen werden
Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihr Team täglich nutzen wird: eine gut bedienbare Oberfläche, Datenvalidierung, Massenbearbeitung, Reporting und Zugriffssteuerung für sensible Daten. Ob diese Grundlagen für die Menschen, die die Daten pflegen, gut funktionieren, zählt mehr als die Länge der Funktionsliste.
Wachstum einplanen
Prüfen Sie, ob Sie mit wachsendem Bedarf Funktionen hinzufügen können und wie aufwendig die Datenmigration ist, wenn Sie später wechseln. Ein System, das zum heutigen Katalog passt, aber keine neuen Kanäle, Sprachen oder Märkte aufnehmen kann, zwingt Sie früher als geplant zu einer neuen Auswahl.
Vor der Entscheidung testen
Fordern Sie eine Demo oder eine Testversion an und lassen Sie das Team, das mit dem System arbeiten wird, es vor der Unterschrift testen, am besten mit einer Auswahl Ihrer eigenen Produkte. Chris Jobse, Mitgründer von PIMvendors, sagt es so: „Ob ein PIM-Anbieter zu Ihnen passt, finden Sie am besten heraus, indem Sie vorab praktische Erfahrung damit sammeln.“
Support, Schulung und Arbeitsweise planen
Prüfen Sie die Supportkanäle, die Dokumentation und das Schulungsmaterial für das Onboarding. Vereinbaren Sie dann, wie die Organisation mit dem PIM arbeiten wird, einschließlich der Frage, wem welche Daten gehören, denn die Vorteile in diesem Artikel hängen von diesen Vereinbarungen ebenso ab wie von der Software.
Product Data Management und Master Data Management (PDM und MDM) sind verwandt, aber verschieden. Sie konzentrieren sich auf die Erfassung neuer Produktentwicklungen und von Stammdaten. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen also Herstellen und Speichern, während es bei einem PIM-System um Bearbeiten und Verkaufen geht. Siehe Was ist PDM und Die Grundprinzipien von MDM.
Sobald die Datensätze in Ordnung sind, bilden sie die Basis, von der aus Sie optimieren, sowohl für die Auffindbarkeit als auch dafür, ob sich das Produkt verkaufen lässt. Richtig umgesetzt, sind die Gewinne taktisch, operativ und strategisch, und für manche Organisationen ist ein zentrales PIM-System eine Voraussetzung für den Fortbestand. Die vollständige Auswahlmethode finden Sie unter So wählen Sie das richtige PIM-System, und den Business Case in Zahlen unter PIM-Kosten und ROI.
Wie es weitergeht
Frequently asked questions
Was sind die wichtigsten Vorteile eines PIM-Systems?
Ein PIM-System gibt Ihnen eine Single Source of Truth für Produktinformationen, genauere Daten, eine kürzere Time-to-Market und dasselbe Produkt auf jedem Kanal. Das führt zu weniger Retouren, weniger Kopierarbeit zwischen Systemen und mehr Spielraum für Cross-Selling und Up-Selling.
Warum braucht man ein PIM-System?
Meist, weil Produktinformationen in mehreren Systemen liegen (ERP, E-Commerce-Plattform, Bilddatenbank, Excel) und niemand sie konsistent halten kann. Typische Anzeichen sind Retouren wegen falscher Daten, dasselbe Produkt in verschiedenen Versionen online und neue Produkte, deren Markteinführung zu lange dauert.
Welchen geschäftlichen Nutzen hat Product Information Management?
Mehr Umsatz durch bessere Produktseiten, bessere Suche und Cross-Selling, weniger Retouren und Supportanfragen, weniger Stunden für das Kopieren und Korrigieren von Daten und schnellere Markteinführungen. Kunden, Vertriebsteams und Handelspartner arbeiten alle mit denselben Produktfakten.
Was bringt ein integriertes PIM-System zusätzlich?
An das ERP angebunden, erhält das PIM operative Daten wie SKU, Preis und Bestand und ergänzt sie um die kommerziellen Inhalte. Mit einem DAM verknüpft, ordnet es jedem Produkt die neuesten freigegebenen Medien zu. Über Feeds und Konnektoren spielt es Onlineshops, Marktplätze und Datenpools aus, sodass eine Änderung jedes angebundene System erreicht.
Wie viele Unternehmen nutzen ein PIM-System?
Laut Ventana Research (2019) brauchen 74 % der Organisationen in ihrer Untersuchung einigen oder erheblichen Aufwand, um ihre Produktinformationen zu verwalten. Markets and Markets (2022) berichtet, dass eine Mehrheit der Omnichannel-Handelsunternehmen in der EU Produktdaten zentral verwaltet, aber nur 25 % dafür spezielle PIM-Software einsetzen.
Wer profitiert am meisten von einem PIM-System?
Unternehmen mit vielen Produkten, Kanälen, Nutzern oder Sprachen: Großhändler, Händler, Hersteller und Markeninhaber. Der Nutzen wird größer, wenn Daten von mehreren Parteien kommen und mit externen Plattformen synchron bleiben müssen.
Wie senkt ein PIM-System die Zahl der Retouren?
Vollständige, korrekte Produktinformationen wecken vor dem Kauf die richtige Erwartung. Der Kunde wählt den richtigen Artikel, also kommen weniger Produkte zurück und weniger Fragen per Telefon und E-Mail an.
Reicht der Kauf einer PIM-Software, um diese Vorteile zu erzielen?
Nein. Die Software muss implementiert werden, und die Organisation muss vereinbaren, wie sie damit arbeitet, einschließlich der Frage, wem welche Daten gehören, und einer Methode, die die Datenqualität sichert. Interne Gewohnheiten zu ändern, erfordert oft mehrere Workshops.
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Ermitteln Sie Ihren Komplexitätsindex, bevor Sie Software budgetieren oder einen Systemintegrator beauftragen.
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